Verliebt in Gretchen  —  Als Souffleur am Theater muss Rainald Grün zwischen Alleskönner-Regisseuren und Alleswisser-Publikum so einiges aushalten. Gut nur, dass es den Goethe und sein Gretchen gibt, in das er sich bei jeder Faust-Inszenierung neu verliebt. Giovanni Arvaneh schlüpft in Jürg Schlachters Inszenierung des Stücks »Der Souffleur« von Stephan Eckel in die Titelrolle.

Fotos: Verena Gremmer

DAS STÜCK

»Ich muss doch … natürlich Goethe! Ich mach den Goethe! Heute Abend spielen wir Faust. Nein, nicht das zigste Mal, Nummer 28 in dieser Spielzeit. Ja sicher, ich zähle mit. 483 insgesamt, die Abstecher nicht mitgezählt, in all den Jahren. Und trotzdem! So ein Text lernt sich nicht von allein, auch der Souffleur muss sich vorbereiten. Allein der Vortrag macht des Redners Glück.«

 

Rainald Grün ist von Beruf Souffleur an einem Stadttheater. Und wäre das nicht an sich schon schlimm genug, so leidet er dort ganz fürchterlich unter Regisseuren mit Gottkomplex, unprofessionellen Schauspielern und einem affektierten Publikum. Sein Leben wäre sicher unerträglich, gäbe es da nicht die Liebe seines Lebens, das Gretchen aus Goethes Faust, in das er sich bei jeder Inszenierung aufs Neue verliebt. 

 

»Da kann man noch solch einen ollen Wischmopp auf die Bühne stellen, eine Fehlbesetzung von Kopf bis Fuß … es ist doch stets mein Gretchen.« 

 

Ein Monolog gespickt mit Goethe-Zitaten. Man erfährt einiges über das Leben und Leiden am Theater und die große Liebe zur Literatur. Und wie man trotz aller guten Vorsätze am Ende doch zur Hölle fährt … 

GALERIE

Fotos: Verena Gremmer

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MEINUNGEN

Kommentare: 13
  • #13

    Christian P. (Dienstag, 22 Oktober 2019 09:05)

    Ein geniales Stück! Kompliment an alle Akteure und die Regie.

  • #12

    Yves Bernas (Samstag, 12 Oktober 2019 13:15)

    Der Monolog ist eine faszinierende Form des Schreibens, die für den Autor äußerst attraktiv ist, weil der Geschichtenerzähler zur Hauptfigur der Geschichte wird.
    Man findet ihn in Romanen, Theaterstücken, manchmal Filmen, aber er ist selten allein, er ist umgeben von Freunden: den Protagonisten und der Geschichte, die sie verbindet. Er dauert auch nie anderthalb Stunden. Hat sich der Autor der Herausforderung erfolgreich gestellt, so gelang dem Schauspieler das Kunststück, uns von der ersten bis zur letzten Minute trotz der Strenge der Form zu fesseln, ohne Kunstgriffe, ohne Spezialeffekte, ohne inszenierte narrative Handlung. Bravo!

  • #11

    Christian M. (Sonntag, 29 September 2019 16:02)

    Ein GENIALES Stück! Wow! Bin immer noch vollkommen begeistert!!! Und wie es gespielt ist – toll! Würde ich mir jederzeit wieder anschauen. Wann wird es denn das nächste Mal gespielt? Ich hoffe wieder in München :-)

  • #10

    Marion wagner (Mittwoch, 25 September 2019 10:01)

    Ein wirklich gelungener Abend , ich habe es mir gleich nochmals ansehen müssen, beeindruckend komisch und mit sehr viel Tiefe, die schauspielerische Leistung wirklich toll; eine grandiose Leistung von G.Arvaneh . Einfach super � das Publikum war meiner Meinung standingovations. Vielen Dank Herr Arvaneh und Herr Eckel .

  • #9

    N. Mieth (Mittwoch, 25 September 2019 09:40)

    Besser geht es nicht! Herr Arvaneh hat uns in der Rolle des Rainald Grün absolut überzeugt. Wir haben mit ihm gelitten und gelacht. Diese Vorstellung bleibt noch lange in Erinnerung! Vielen Dank.

  • #8

    Sibylle Seyser (Samstag, 21 September 2019 22:51)

    Ein großartiger Abend, der einen in jeder Phase berührt. Giovanni Arvaneh lässt einen mitleiden und mitlieben. Respekt vor dieser Sololeistung. Ich würde es gerne nochmals sehen.

  • #7

    Wolfgang Seidenberg (Samstag, 21 September 2019 16:31)

    Wunderbarer tragikomischer Text über ein ungelebtes Leben. Giovanni Arvaneh erschafft einen Charakter, der in seiner Schrulligkeit berührt und belustigt, mit der richtigen Mischung aus Sensibilität, Authentizität und Theatralik. Ein unbedingt sehenswerter Abend!

  • #6

    Sylvia Barth (Donnerstag, 19 September 2019 15:27)

    Mit Kraft, starker Präsenz spielt Giovanni Arvaneh berührend-komisch, tragisch und vielschichtig Herrn Grün, den "Souffleur". Die Welt des Theaters öffnet sich und wir tauchen hinein, riechen sie förmlich, erleben mit ihm die "Dramen" auf und hinter der Bühne.
    Man empfindet Nähe zu Herrn Grün und möchte ihm in den Arm nehmen, weil man um seine Einsamkeit weiß. Großen Respekt vor dieser solistischen Leistung.

  • #5

    Katharina (Mittwoch, 18 September 2019 20:38)

    Mega! Tolles Stück! Mal was ganz anderes. Wir freuen uns schon auf die Tournee. �

  • #4

    Zettl (Mittwoch, 18 September 2019 20:18)

    Arvaneh zeigt in diesem Stück schauspielerische Perfektion mit Witz und Charme. Alles in allem eine großartige Leistung, die sehens- und hörenswert ist.

  • #3

    Gerd Steinle (Mittwoch, 18 September 2019 19:41)

    Ein begeisterndes, sehr unterhaltsames Stück. Mit viel Witz und Humor, und vielsagenden Gesichtsausdrücken toll dargestellt von dem großartigen Schauspieler Giovanni Arvaneh. Es lohnt sich, das Stück anzusehen, man bereut keine Minute, immer wieder gerne. Man sollte sich den „Souffleur“ nicht entgehen lassen.

  • #2

    Alexandra (Mittwoch, 18 September 2019 19:29)

    Einzigartig. Berührend. Tiefgründig, aber auch belustigend. Kurzweilig, man hängt förmlich an den Lippen von Rainald Grün (Giovanni Arvaneh). Ein Monolog, wie er ergreifender nicht sein könnte. Meine Erwartungen wurden mehr als übertroffen. Der Souffleur lohnt sich allemal.
    Ich bin total begeistert.

  • #1

    Lou Hoffner (Mittwoch, 18 September 2019 19:22)

    Ein unglaublicher Abend.Witzig, dramatisch, sind Attribute, die hier absolut passen. Giovanni Arvaneh versteht es , das Publikum zu fesseln und..... es zu regelrechten „Lachsalven“ hinzureißen.Wir waren bestens unterhalten und besuchen den "Souffleur“ ganz sicher noch einmal.❤️

BUCHUNGSANFRAGEN

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GIOVANNI ARVANEH

DARSTELLER

 

Giovanni Arvaneh wurde 1964 in München geboren. Von 1987 bis 1990 studierte er an der renommierten Neuen-Münchner-Schauspielschule »Ali Wunsch-König« und machte zusätzlich eine Musicalausbildung zum Sänger und Tänzer. Im Fernsehen sah man ihn unter anderem im »St. Angela«, »Balko«, »Unser Charly«, »Soko 5113«, »Motorradcops« und »Küstenwache«. Im Theater spielte er in »Der Brandner Kaspar«, »Wie es Euch gefällt«, »Falco meets Amadeus«, »Romanze in D«, »Alles über Liebe« u. a. Vor allem durch seine Fernsehrolle im »Marienhof«, wo er mit Unterbrechungen von 1994 bis 2010 den Türken Sülo Özgentürk verkörperte, erlangte er große Bekanntheit. In seiner Freizeit fährt er leidenschaftlich Motorrad, beschäftigt sich mit Psychologie, Kunst und Literatur und kocht sehr gerne für seine Familie und Freunde italienisch und persisch.


STEPHAN ECKEL

AUTOR 

 

Stephan Eckel wurde 1976 in Aachen geboren. Er studierte Grafik-Design an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Seine künstlerische Laufbahn begann 2010, als er das Theaterstück »Alles über Liebe« schrieb. Es folgten in den nächsten Jahren weitere Komödien, Schauspiele, Thriller und Comedy-Programme. Allen gemein sind feiner Wortwitz und rasantes Tempo – die Handlung ist stark dialoglastig und bewegt sich oft an der Grenze zur Farce. Stephan Eckel lebt und arbeitet in Mannheim, zum Schreiben zieht er sich nach Villeneuve-le-Roi zurück.


JÜRG SCHLACHTER

REGISSEUR

 

Jürg Schlachter absolvierte eine Ausbildung zum Schauspieler an der Schauspielakademie Zürich. Es folgten Engagements in München, Salzburg, Darmstadt, Stendal u.a. sowie Regiearbeiten in München, Landesbühne Esslingen, in Aalen, Konstanz, Augsburg. Er arbeitete mit Michael Ende, Konstantin Wecker und dem Fränkisch-Schwäbischen Städtetheater und inszenierte an den Theatern Augsburg, Ingolstadt und Erlangen. 2004 erhielt Jürg Schlachter den 1. Preis Bayerische Theatertage für die Regie des Kinderstücks »Petterson, Findus und der Hahn«. In Ingolstadt inszeniert er in der Spielzeit 2009/10 »Momo« von Michael Ende.


SYLVIA BARTH

GESANGSAUFNAHMEN 

 

Sylvia Barth wurde 1965 in Berlin geboren. Von 1991 bis 1995 studierte an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Puppenspiel und Schauspiel. Seit 1995 arbeitet sie freiberuflich an verschiedenen Theatern in Berlin, München, Hamburg, Dresden, Weimar, Halle und Erfurt. Auf internationalen Festivals (Dubai, Taiwan, Südafrika, Bolivien, Malta etc.) gastierte sie mit eigenen Produktionen. »Die Nase« frei nach Nicolai W. Gogol ist ihre neuste Produktionen von 2018.